Interventionsfahrplan gegen sexualisierte Gewalt für den Diözesanverband Würzburg beschlossen auf der Diözesanversammlung 2007

Die folgenden Hinweise zum Umgang mit dem Verdacht auf sexualisierte Gewalt sind allgemeiner Natur. Sie müssen von den Verantwortlichen vor Ort an die jeweiligen Erfordernisse des konkreten Falles angepasst werden. Generell gilt es, den Kreis der mit dem Verdachtsfall betrauten Personen so klein wie möglich zu halten und alle Informationen und insbesondere Namen streng vertraulich zu behandeln – aus Gründen des Opfer- und Täterschutzes. Bei Auftreten eines Falles auf einer anderen Ebene wird dieses Verfahren adäquat auf der nächst höheren Ebene angewendet.

Auf Stammesebene

  • Besprich deinen Verdacht mit einer Person deines Vertrauens aus dem Stammesvorstand oder der Leiterrunde.
     
  • Nehmt Kontakt zum DPSG-Ansprechpartner, dem Diözesanvorstand und gegebenenfalls zu einer anerkannten Fach- oder Beratungsstelle (kann durch den Ansprechpartner vermittelt werden) und lasst euch von diesen hinsichtlich eures weiteren Vorgehens beraten.
     
  • Alle weiteren Schritte solltet Ihr nur in enger Absprache mit den Fachkräften gehen! Gegebenenfalls schaltet Ihr dann in Kooperation mit den Fachkräften das Jugendamt und/oder die Polizei ein.
     
  • In Abstimmung mit dem Ansprechpartner, dem Diözesanvorstand und eingeschalteten Fachkräften muss geklärt werden,
    • ob und wie Stammesvorstand und Leiterrunde einbezogen werden,
    • wie ihr den (potentiellen) Opfern im Rahmen eurer Möglichkeiten helfen oder Hilfe vermitteln könnt,
    • wie ihr euch selbst weitere Hilfe von Außen holt,
    • wie der/die potentielle Täter/Täterin vorerst von allen Stammesaktivitäten ausgeschlossen werden kann,
    • wie ihr später eventuell ein offizielles Ausschlussverfahren einleiten könnt,
    • wie alle sonstigen Mitglieder des Stammes und deren Eltern in Kenntnis gesetzt werden
    • und wie Ihr mit der Öffentlichkeit (Gemeinde, Schule, Presse …) umgehen wollt.

Auf Diözesanebene

  • Der DPSG-Ansprechpartner, Bezirks- und Diözesanvorstand informieren einander über ihren Kenntnisstand hinsichtlich des jeweiligen Falles, klären gemeinsam, wer welche Aufgaben übernimmt. Die Betreuung eines Falles erfolgt möglichst durch ein gemischtgeschlechtliches Zweierteam.

  • Für die Begleitung des betroffenen Stammes gilt: Hilfe anbieten! Falls gewünscht bzw. erforderlich ist eine engmaschige Betreuung der Leiterrunde bei deren Problemen, bei der eventuellen Einleitung eines Ausschlussverfahrens und in deren Arbeit mit Kindern, Eltern, Schule und weiterer Öffentlichkeit zu gewährleisten.

  • Es wird die Zusammenarbeit mit einer anerkannten Fach- oder Beratungsstelle und - falls es dazu kommt - der ermittelnden Polizei gesucht.

  • Es werden - je nach Fall - unverzüglich informiert:
    Bistum (kja-Leitungsteam, Generalvikar, Pressestelle, Zuständige/r für das Thema Missbrauch),
    BDKJ (diözesan und soweit betroffen regional),
    DPSG (Bundesebene und die betroffenen Bezirks- bzw. Stammesvorstände) und MitarbeiterInnen des Diözesanbüros.

  • Es gibt - falls erforderlich - einen zuständigen Sprecher für die Presse und eine einheitliche Sprachregelung gegenüber der Öffentlichkeit. In diesem Sinne wird in Absprache mit dem Stammesvorstand und/oder der Leiterrunde vor Ort schnellstmöglich eine Pressemitteilung formuliert, auf die bei Anfrage verwiesen werden soll. Aus Gründen des Opfer- und Täterschutzes gilt es, darauf zu achten, die Information auf das Notwendige zu beschränken.

  • Über einen Verbandsausschluss wird nach der Ausschlussordnung gemäß Ziffer 14 der Satzung entschieden

Auf Bundesebene

  • Der Bundesvorstand unterstützt den Diözesanvorstand in seiner Arbeit.

  • Der Bundesvorstand informiert - je nach Fall – weitere Öffentlichkeit, wie zum Beispiel Bischofskonferenz, BDKJ und andere DPSG-Diözesanverbände.

  • Bei Bedarf entscheidet der Bundesvorstand über einen Verbandsausschluss.
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